Zeitzeugen-Gespräch

 

„Wenn das Wunder geschieht, dass ihr lebend davonkommt, schreibt es auf und sprecht es aus, was sie mit uns angestellt haben.“

(Letzte Bitte von sterbenden Mithäftlingen des Konzentrationslagers Dachau)

 

Nach dem  Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau konnte den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen am 29.04.2016 ein Zeitzeugengespräch mit einem Überlebenden der NS - Verfolgungs- und Vernichtungspolitik ermöglicht werden.

Herr Abba Naor erklärte sich bereit, an einem Schulvormittag seine eigene Geschichte vorzustellen und über Fragen der Schüler mit diesen ins Gespräch zu kommen.

  

„Es gibt keine Kollektivschuld, aber eine Kollektivverantwortung“, so die Überzeugung von Abba Naor.

 

1928 in Litauen geboren, wurde Abba Naor 1944 aus dem dortigen Ghetto in das KZ Stutthof und von dort aus nach Dachau deportiert. In den folgenden Monaten musste er im Außenlager-Komplex Kaufering Schwerstarbeit unter unmenschlichen Bedingungen leisten. Die Lager um Kaufering stellten die letzte Stufe des Holocaust dar. Von den etwa 30 000 Häftlingen – vor allem Juden aus Polen, Ungarn und Litauen - starb die Hälfte. Abba Naor wurde in den letzten Apriltagen 1945 auf einen der Todesmärsche geschickt, aber „für uns war jeder Tag zur Arbeit und wieder zurück ein Todesmarsch.“ Am 2. Mai 1945 wurde er auf dem Marsch Richtung Süden bei Waakirchen befreit. Heute lebt Herr Naor in Israel.

 

Die Teilnahme an diesem Zeitzeugengespräch und die Vermittlung der Geschichte aus dem Blick eines Überlebenden war für die Schülerinnen und Schüler eine interessante Veranstaltung sowie ein beeindruckendes Erlebnis.

 

„Dachau kann und soll eine Lehre sein! Darum dürfen wir nicht davon schweigen, auch wenn die Erinnerung daran traurig und schmerzlich ist.“

(aus: „Wie war das im KZ Dachau?“, Dr. Johann Neuhäusler)