Evaluation 2008/09

Bericht zur staatlichen externen Evaluation

 

Gründe für die Teilnahme an der staatlichen externen Evaluation

 

Die Teilnahme an der externen Evaluation im ersten Schulhalbjahr 2008/09 bot der Benedictus – Realschule als erster kirchlicher Realschule im Regierungsbezirk Oberbayern West die Möglichkeit, „Erkenntnisse und Beobachtungen über die Bereiche und Dimensionen von Schulqualität“ zu erhalten, also den Ist-Zustand ihrer schulischen Arbeit und aller schulischen Bereiche von außen, nach objektivierten Kriterien analysiert zu bekommen. Durch diese von Herrn Ministerialbeauftragen Burghardt in dankenswerter Weise ermöglichte Evaluation erfuhr die Benedictus - Realschule, in welchen Bereichen sie Stärken vorweisen kann und wo Entwicklungsfelder vorhanden sind. Eine solche Analyse ist die ideale Voraussetzung für den anschließenden Schulentwicklungsprozess, denn dieser kann nun auf die Ergebnisse der externen Evaluation zurückgreifen und gezielt ansetzten.

Außerdem bietet die staatliche externe Evaluation ein für alle Schulen gültiges einheitliches objektiviertes Messinstrument bezüglich der Schulqualität, das vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) entwickelt wurde.

 

Verlauf der externen Evaluation

 

Die externe Evaluation wurde von einem vierköpfigen Team durchgeführt, zwei Vertreter von staatlichen Realschulen, ein Vertreter einer kirchlichen Realschule und ein nichtschulischer Evaluator. Als Evaluatoren der Benedictus – Realschule waren eingesetzt: Herr RSL Josef Eder, Teamleiter (staatl. RS Weilheim), Frau RSL i.K. Marie-Luise Failer (Maria-Ward RS Schrobenhausen), Frau RSK Sonja Kalisch (staatl. RS Neuburg) und als nichtschulischer Evaluator Herr Christian Zachenhuber, Leiter Ausbildungsprojekte bei der Fa. La Roche in Penzberg. Die reibungslose unauffällige Eingliederung des Teams in den alltäglichen Schulablauf während der Schulbesuchstage trug sicher dazu bei, dass die von den Evaluatoren geführten Gespräche von allen Gesprächspartnern als sehr wertschätzend und angenehm empfunden wurden.

 

Das Gesamtergebnis der Evaluation entstand aus einer Vielzahl von Daten; zum Ersten aus der im Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) vorgenommenen Auswertung von sehr umfangreichen Fragebögen, zum Zweiten aus dem Besuch von 18 Unterrichtsstunden durch das Evaluationsteam, zum Dritten aus der Auswertung eines Schulportfolios, das sich über die letzten beiden Schuljahre erstreckt und letztlich aus einer großen Anzahl an Gesprächen, die die Evaluatoren während der drei Schulbesuchstage mit Lehrkräften, Schülern, Elternvertretern und sonstigem schulischen Personal führten.

So wurden an der Benedictus – Realschule alle (426) Schülerinnen und Schüler (außer der 5. Jahrgangsstufe) online im Rahmen des IT - Unterrichtes befragt (101 Fragen). Außerdem nahmen 28 Lehrkräfte von 30 an der Befragung teil (111 Fragen). Von 100 nach dem Zufallsprinzip verteilten Elternfragebögen (62 Fragen) kamen 77 ausgefüllt zurück und wurden vom ISB zentral ausgewertet. Die Vielzahl an differenzierten Fragen zu allen schulischen Organisations- und Arbeitsbereichen sowie Arbeitsabläufen und die große Zahl der Befragten stellt die hohe Repräsentanz des Ergebnisses sicher.

 

 

Ergebnisse der Evaluation der Benedictus - Realschule

 

Die Erkenntnisse und Beobachtungen des Evaluationsteams werden in vier Bereiche untergliedert: 1. Rahmenbedingungen, 2. Prozessqualitäten Schule, 3. Prozessqualitäten Unterricht und Erziehung und 4. Ergebnisse der schulischen Arbeit und Umgang mit diesen Ergebnissen.

 

Bei den Rahmenbedingungen für die schulische Arbeit für Lehrkräfte, Schüler/innen und übriges Personal wird das schöne „außerordentlich gepflegte“ freundliche Schulhaus mit guter bis hervorragender Ausstattung sehr positiv bewertet. Die Lage mit direktem Blick auf den Starnberger See gibt auch den Unterrichtsräumen ein besonderes Flair.

Der Bericht zeigt zwei Entwicklungsfelder. „Zur Sicherheit der Schüler beim Überqueren der Kreisstraße ist dringend eine Sicherung des Übergangs von der Schule zu den im Kloster befindlichen Unterrichtsräumen erforderlich, um befürchtete Unfälle zu vermeiden.“. Das zweite Entwicklungsfeld bezieht sich auf die ungünstige Sporthallensituation. Da die Benedictus – Realschule nur über eine Sporthalle verfügt, muss der Pflichtunterricht Sport auch am Nachmittag erteilt werden. Dadurch ist die Stundenplangestaltung stark eingeschränkt und eigentlich kein zusätzlicher Wahlunterricht nachmittags möglich. „Eine eigene Doppelturnhalle für die Benedictus – Realschule könnte dieser Situation definitiv ein Ende bereiten.“.

Beide Entwicklungsfelder wurden schon vor der externen Evaluation von Seiten des Schulträgers und der Schulleitung als solche erkannt und an deren Beseitigung wird bereits intensiv gearbeitet.

 

Im Bereich Prozessqualitäten Schule stellt der Bericht Folgendes positiv heraus: „Laut Fragebogen ergeben sich überdurchschnittliche Werte bei der Zufriedenheit mit der beruflichen Tätigkeit der Lehrkräfte und dem Arbeitsklima“. „Der Großteil der Eltern“ schätzt nicht nur die enge Zusammenarbeit mit der Schule und die diesbezüglichen zahlreichen Angebote, sondern auch das vom besonderen Interesse für jeden einzelnen Schüler geprägte Verhältnis zu den Lehrkräften und „eine konsequente Werteerziehung“. Die Schüler identifizieren sich in hohem Maße mit der Benedictus – Realschule. Eine intensive Zusammenarbeit mit Partnern von außen und zahlreiche außerunterrichtliche Veranstaltungen runden das positive Bild der Schule ab.

Die Intensivierung der SMV - Arbeit wird als Entwicklungsfeld gesehen. Die Kontakte der Schülervertreter zur Schulleitung, zum Kollegium und zu den übrigen Schülern sollten intensiviert werden. Weiter wurde festgestellt, dass das besondere, in der benediktinischen Tradition gründende Leitbild und das Profil der Schule „der intensiven Pflege unter Berücksichtigung der Veränderungen im gesellschaftlichen Umfeld“ bedarf und „unter Umständen nicht bei allen Beteiligten präsent und verankert“ sind.

 

Bei der Beurteilung der Prozessqualitäten Unterricht und Erziehung kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass „ der Unterricht darauf ausgelegt ist, den Schülern eine positive Einstellung zum Lernen zu vermitteln. Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist angstfrei und entspannt. Dazu trägt bei, dass der Unterricht von einem freundlichen Umgangston der Lehrer geprägt ist und auch die Schüler untereinander rücksichtsvoll und freundlich miteinander umgehen.“.

Wünschenswert sind mehr kooperative Lernformen, ein besseres Zeitmanagement, ein mehr zielgerichtetes Lernen unter größerer Berücksichtigung der Schülerinteressen; das vermittelte Wissen sollte häufiger in einen Lernzusammenhang gestellt und mit anderen Fächern vernetzt werden.

Das Ergebnis der Evaluation der Benedictus - Realschule wird unter Punkt 4 von den Evaluatoren wie folgt zusammengefasst: „Die Realschule Tutzing hat einen sehr guten Ruf in der Öffentlichkeit, der nicht zuletzt auch durch die Tradition der Schule und durch das angenehme, lernfördernde Ambiente des Schulhauses am Starnberger See begründet ist. Die Absolventen sind von der Wirtschaft als Mitarbeiter geschätzt. Die Schüler gehen überwiegend gerne in „ihre Schule“, sie fühlen sich an ihrem Lernort geborgen und identifizieren sich stark mit ihr. Dies hat die Schule einer konsequenten Wertevermittlung durch ihre Mitarbeiter und der religiösen Prägung auf der Grundlage des Benediktinischen Leitbildes zu verdanken. Die Schüler werden in die Verantwortung genommen und zum Engagement in der Gemeinschaft angeleitet.“

So kommen Schüler/innen, Eltern und Lehrkräfte zu einer „nahezu identischen Aussage“: „Mit der Schule sind wir sehr zufrieden!“.

 

 

Zielvereinbarungen

 

Wie eingangs erläutert, besteht ein Ziel der staatlichen externen Evaluation darin, Ansatzpunkte für gezielte Schulentwicklung zu erhalten. So wurden auf der Grundlage des eben vorgestellten Evaluationsberichts Zielvereinbarungen getroffen. An dieser Stelle möchte ich im Namen unseres Schulträgers, dem Schulwerk der Diözese Augsburg, dem Ministerialbeauftragten für die Realschulen im Regierungsbezirk Oberbayern West Herrn Herbert Burghardt und seinem Mitarbeiter, Herrn Wolfgang Ulhorn, für die große Unterstützung danken.

 

Auf der Grundlage der vom Ministerialbeauftragten vorgeschlagenen Ziel- und Handlungsvereinbarungen wurden zwischen dem Schulträger und der Benedictus – Realschule drei Ziel- und Handlungsvereinbarungen getroffen:

 

  • Stärkung der Arbeit der SMV

  • Steigerung der Unterrichtsqualität

  • Überarbeitung des Schulprofils und Leitbildes

     

    Der Stärkung der Arbeit der SMV soll bereits im kommenden Schuljahr durch die Unterstützung einer Verbindungslehrkraft erreicht werden.

    Die Steigerung der Unterrichtsqualität wird u.a. durch gezielte schulinterne Fortbildungsmaßnahmen unter Einbeziehung von externen Fachkräften angestrebt. 

    Mehrere bereits in diesem Schuljahr ins Leben gerufene Arbeitsgruppen werden das Schulprofil und Leitbild überarbeiten und die religiöse Prägung der Schulgemeinschaft intensivieren.

     

    Unser Ziel ist zum einen, die vielen im Evaluationsbericht dargestellten Stärken unserer Schule zu erhalten und zum anderen die aufgezeigten Zielvereinbarungen im kommenden Schuljahr engagiert umzusetzen, so dass sich die Schul- und die Bildungsqualität der Benedictus – Realschule zum Wohle der gesamten Schulfamilie, aber vor allem zum Wohle der Schülerinnen und Schüler weiter steigern.

     

     

     

    Susanne Fedchenheuer